Baurecht

Urteile und Kommentare aus dem Baurecht

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Immobilienrecht Urteile Kein Maklerprovision bei nachträglich erhöhtem Kaufpreis

Kein Maklerprovision bei nachträglich erhöhtem Kaufpreis

Drucken
OLG Dresden, Beschluss vom 18.9.2008 - 8 U 1167/08

Der Käufer einer Immobilie muss dem Makler keine Provision zahlen, wenn der Kaufpreis 25 Prozent von den ursprünglichen Preisvorstellungen abweicht. Einzelne Gerichte verneinen den Provisionsanspruch bereits bei einer 7-prozentigen Kaufpreisüber- oder -unterschreitung.

Das hat das Oberlandesgericht Dresden entschieden. In dem der Entscheidung zu Grunde liegenden Fall hatte sich ein Makler einem Ehepaar angeboten, für diese den Kauf ihrer bisherigen Mietwohnung zu vermitteln. Laut Maklervertrag erklärte sich das Paar dazu bereit, dem Makler auf der Grundlage einer Kaufpreisvorstellung in Höhe von 220.000 € eine Provision zu zahlen. Am Ende der Verhandlungen mit dem Eigentümer der Wohnung mussten sie allerdings 275.000 € zahlen. Deshalb verweigerten sie die Zahlung einer Provision an den Makler.

Zu Recht, befand das Oberlandesgericht Dresden. Zwar gebe es bei Immobiliengeschäften immer eine gewisse verhandlungsbedingte Unsicherheit, wie hoch der Kaufpreis letztlich ausfalle.  Bei einer mehr als 25-prozentigen Abweichung des Kaufpreises von den ursprünglichen Erwartungen könne aber nicht mehr von einer wirtschaftlichen Gleichwertigkeit die Rede sein.

"Die verbraucherfreundliche Entscheidung ist sehr zu begrüßen", kommentiert Rechtsanwalt Claus Benz, Pressesprecher der Rechtsanwaltskammer Stuttgart, das Ergebnis des Dresdner Oberlandesgerichts. "Die Richter haben darüber hinaus auch für den umgekehrten Fall, dass der Kaufpreis erheblich niedriger ausfällt als ursprünglich erwartet, klargestellt, dass der Provisionsanspruch des Maklers entfällt". Rechtsanwalt Benz rät Käufern, die mit ihrem Makler wegen einer Provision im Clinch liegen, sich vor einer endgültigen Zahlung mit einem Rechtsanwalt  in Verbindung zu setzen, zumal die Rechtsprechung zur Maklerprovision bei einer späteren Verteuerung der Immobilie teilweise erheblich abweiche. So verneinen einzelne Gerichte den Provisionsanspruch bereits bei einer 7-prozentigen Kaufpreisüber- oder -unterschreitung.

Quelle: Rechtsanwaltskammer Stuttgart
 
Das könnte Sie auch interessieren:

Urteilssuche



Top Thema

Führt der einzige Weg für die Baufahrzeuge über das Grundstück des Nachbarn, kann dieses vorübergehende Befahren des Grundstücks nicht zu einem Beschwerdewert von über 600,- EUR führen. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden.
Weiterlesen...