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Wohnungskauf - Wohnungsgröße in der Werbung

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Wird in der Preisliste für eine Wohnung ausdrücklich mit der Wohnfläche geworben, ist die konkrete Quadratmeter-Angabe verbindlich. Stellt sich diese Größe später um mehr als 10 Prozent kleiner heraus, liegt ein Sachmangel vor. Selbst dann, wenn in dem Verkaufsvertrag gerade jegliche Abweichung des Flächenmaßes als Sachmangel prinzipiell ausgeschlossen wird. Denn eine solche Ausschlussklausel ist in diesem Fall nichtig.

Der Sachverhalt

Wie telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.anwaltshotline.de) berichtet, ging es in der gerichtlichen Auseinandersetzung um eine Nürnberger 1-Zimmerwohnung mit Balkon und Galerie, die ein Bauträger im Rahmen der Altbausanierung angeboten hatte. Laut Preisliste soll sie eine "ca.-Wohnfläche" von 53,76 m² aufweisen, ist aber nach den später angestellten Berechnungen des Gerichts tatsächlich nur 40,05 m² groß. Wegen des erheblichen Flächenunterschieds sprachen die Richter der betroffenen Käuferin eine Rückzahlung in Höhe von über 29.000 Euro zu.

Die Entscheidung

"Weicht die wirkliche Fläche einer Immobilie zum Nachteil des Erwerbers von der angepriesenen und vereinbarten Größe um mehr als 10 Prozent ab, ist die Wohnung zweifellos mangelhaft", erklärt Rechtsanwältin Andrea Fey (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute) die Gerichtsentscheidung.

Dass der Verkäufer seine offensichtliche Flunkerei auch noch durch eine Ausschlussklausel im Kaufvertrag juristisch besiegeln wollte, zeuge nicht gerade von ehrbarem kaufmännischem Handeln, sondern sei eher als arglistiges Verhalten einzustufen. Entscheidend für die Rechtmäßigkeit des Deals bleibt in jedem Fall die bei Vertragsabschluss erkennbar zugrunde gelegte und in der Preisliste explizit ausgewiesene Wohnfläche. Womit der umstrittenen Klausel keinerlei juristische Wirkung zukommt.

Gericht:
Landgericht Nürnberg-Fürth, Az. 12 O 4999/09

Quelle: Deutsche Anwaltshotline
 
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