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Unternehmer schuldet keine Beratung über Planung der Folgewerke

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OLG Karlsruhe, Urteil vom 26.06.2002 - 7 U 112/01

VOB/B § 4 Nr. 3, 7

Der Unternehmer, dem die Ausführung eines bestimmten Gewerks übertragen wurde und der seine Leistung mangelfrei erbracht hat, ist nicht zum Hinweis darauf verpflichtet, in welcher Art und Weise ein Folgewerk auszuführen ist.

Mit dieser Entscheidung wies das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe die Schadenersatzklage eines Bauherrn gegen einen Dachdecker ab. Der Dachdecker hatte auftragsgemäß das Dach gedeckt, das Anbringen der Wärmedämmung sollte durch einen anderen Unternehmer erfolgen. Als sich die Montage der Wärmedämmung als fehlerhaft herausstellte, argumentierte der Bauherr, es sei Aufgabe des Dachdeckers gewesen, den anderen Unternehmer bei der Montage einzuweisen.

Das OLG entschied, dass der Dachdecker nur verpflichtet war, seine Leistung so zu erbringen, dass sie eine geeignete Grundlage für die darauf aufbauenden Folgeleistungen bildete. Er durfte darauf vertrauen, dass der Nachunternehmer - oder der in Eigenleistung tätig werdende Bauherr - die erforderlichen Kenntnisse besitzen und die anerkannten Regeln der Baukunst einhalten und beachten würde. Etwas anderes hätte nur in dem Fall gelten können, in dem der Dachdecker Anhaltspunkte dafür gehabt hätte, dass die später am Bau Beteiligten fachlich nicht erkennen konnten, wie auf Grund der Vorarbeiten die Anschlussarbeiten fehlerfrei ausgeführt werden konnten. Ohne die Weitergabe der Information hätte weiterhin eine ordnungsgemäße Fertigstellung vereitelt oder gefährdet werden müssen. Solche besonderen Umstände waren vorliegend jedoch nicht gegeben

Infobrief 06/03
Textquelle:
Rechtsanwälte Alavi & Frösner & Stadler
Jahnstr. 11
85356 Freising
www.afs-rechtsanwaelte.de


Baurechtsurteile.de Beitrag 233
 
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