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Kein Mitverschulden des Bauherrn bei fehlenden oder falsch geplanten Regeldetails!

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OLG Köln, Urteil vom 02.06.2005, Az.: 17 U 121/99

Ein Generalunternehmer verpflichtete sich zur Sanierung eines Bauernhofes. Gleichzeitig beauftragte der Bauherr einen Architekten mit der Genehmigungs- und Ausführungsplanung. Nach Abschluss der Arbeiten wurden grundsätzliche Mängel an dem sanierten Dach festgestellt, die u. a. auf eine nicht fachgerechte Kantung der Kehlanschlussbleche zurückzuführen waren. Außerdem war die Hinterlüftung fehlerhaft installiert. Der Bauherr verlangt von dem Unternehmer Schadensersatz.
Dieser verweigert die Zahlung unter Berufung auf ein Planungsverschulden des vom Bauherrn beauftragten Architekten, der weder die Hinterlüftung des Daches plante, noch eine detaillierte Anweisung für die Anschlussbleche vorgab.

Das Oberlandesgericht gab der Schadensersatzklage des Bauherrn statt. Der Umstand, dass die Verblechungen des Daches in den Planzeichnungen eines Architekten weder mit der richtigen Randaufkantung noch mit einer fachgerechten Abkantung und Fixierung dargestellt worden sind, rechtfertige es nicht, dem Bauherrn ein Mitverschulden aufzuerlegen, wenn der Unternehmer, der nach den Planungen des Architekten arbeitet, in eben diesem Bereich seine handwerklichen Regeln vernachlässige und dadurch mangelhafte Leistungen erbringe.

Dem Architekten könne kein Verschulden vorgeworfen werden, wenn er auf eine Ausführungsplanung für Regeldetails verzichte, da er die einschlägigen Fachregeln als bekannt voraussetzen darf, für deren Einhaltung der Handwerker selbst verantwortlich sei.

Quelle: www.kanzlei-schenderlein.de

Baurechtsurteile.de Beitrag 481
 
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