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Schallschutz: Anforderungen nach den vertraglichen Vereinbarungen

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OLG Hamm, Urteil vom 06.10.2004 - 25 U 183/03

Es ist entscheidend, welche Anforderungen an den Schallschutz nach den vertraglichen Vereinbarungen geschuldet war, bzw. was gegebenenfalls durch Auslegung der Vereinbarung zu ermitteln ist.
Dabei spielt es keine Rolle, dass im vorliegenden Fall ein Doppelhaus im technischen Sinne nicht vorlag.

Der nicht fachkundige Auftraggeber unterscheidet nicht zwischen einem Doppelhaus im technischen Sinne und einem solchen im untechnischen Sinne. Gibt jemand die Planung für ein "Doppelhaus" in Auftrag, kann er grundsätzlich erwarten, dass ein Schallschutz eingeplant wird, der demjenigen eines Doppelhauses im technischen Sinne vergleichbar ist, es sei denn, dass er von dem Architekten ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass bei der vorgelegten Planung ein vergleichbarer Schallschutz nicht zu erzielen ist

Unerheblich ist, ob und inwieweit ein der DIN 4109 (Doppelhaushälfte), entsprechender Schallschutz bei der vorgelegten Planung mit den diversen Verschachtelungen der Wohnbereiche überhaupt erreichbar war. Legt der Architekt eine Planung vor, mit der der vom Auftraggeber gewünschte und , wie ausgeführt , vertraglich vereinbarte Schallschutz nicht realisiert werden kann, so liegt gerade hierin der schuldhafte Planungsfehler des Architekten.

Denn wie sich aus den obigen Ausführungen ergibt, schulden die Beklagten den Klägern Schadensersatz gemäß § 635 BGB nicht nur wegen mangelhafter Bauaufsicht sondern auch unter dem Gesichtspunkt mangelhafter Bauplanung.

Baurechtsurteile.de Beitrag 426
 
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