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Entwässerung - neue Pflichten für Hauseigentümer

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Viele Hausanschlüsse sind sanierungsbedürftig

Abwasser ist so zu beseitigen, dass das Wohl der Allgemeinheit nicht beeinträchtigt wird. Dem wird jeder zustimmen, aber ARAG Experten nennen Details: Zahlreiche Abwasserleitungen von privaten Häusern sind dringend sanierungsbedürftig. Grund genug für den Gesetzgeber, um den oben zitierten Satz im Wasserhaushaltsgesetz (WHG) festzuhalten und die Hauseigentümer in die Pflicht zu nehmen.

Bußgelder drohen
So ist in z.B. in Nordrhein-Westfalen das Gesetz schon umgesetzt worden: Gemäß § 61a Landeswassergesetz NRW muss bis spätestens 31.12.2015 jeder Hauseigentümer durch einen Fachbetrieb überprüfen lassen, ob sämtliche Grundstücksentwässerungsleitungen und Schächte vollständig dicht sind und keine Gefahr für Boden und Grundwasser darstellen (sog. Dichtheitsprüfung). Falls das Haus sich auf einem Wasserschutzgebiet befindet, muss die Dichtheitsprüfung u.U. sogar bis Ende 2009 durchgeführt werden. Bei einem Neubau sind alle Leitungen, Schächte und Reinigungsöffnungen nach Errichtung einer Dichtheitsprüfung zu unterziehen. Wird die Dichtheitsprüfung nicht oder nicht rechtzeitig durchgeführt, ist dies eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeld geahndet werden kann, warnen ARAG Experten. Die Prüfung muss von einem Sachkundigen oder einem Fachbetrieb durchgeführt werden, der darüber eine Bescheinigung ausstellt. Die Prüfung des Hausabwassersystems beginnt mit der Reinigung und der optischen Inspektion der Rohre. In der Regel erfolgt dann eine Dichtheitsprüfung mit Hilfe von Luft oder Wasser. Die Ergebnisse müssen mit Fotos oder Videoaufzeichnungen dokumentiert werden, damit sie zusammen mit dem Leitungsplan bei der zuständigen Behörde vorlegt werden können.

Kosten
Die Kosten für die Durchführung einer Dichtheitsprüfung sind regional unterschiedlich, bewegen sich aber in der Regel zwischen 200 bis 500 Euro. Richtig teuer wird es, wenn eine Sanierung des Abwassersystems notwendig wird. Da können schnell einige tausend Euro fällig werden. Auf keinen Fall sollte man auf so genannte „Kanalhaie“ hereinfallen, warnen ARAG Experten. Die klingeln unangemeldet an der Haustür und überrumpeln ahnungslose Hauseigentümer mit dubiosen Angeboten. Statt dessen sollte man in Ruhe die Preise der örtlichen Anbieter vergleichen und sich erkundigen, ob es Nachbarschaftsinitiativen gibt, die gemeinsam eine Firma beauftragen und somit Rabatte aushandeln können. Ggf. erteilen auch die örtlichen Behörden Auskunft über seriöse Anbieter in der Region.  

Fazit
Immerhin bis zu 70 Prozent der deutschen Hausanschlüsse sollen sanierungsbedürftig sein. Schadhafte Abwasserleitungen stellen jedoch eine massive Belastung für die Umwelt dar und können - z.B. bei einem Rohrbruch - große finanzielle Schäden anrichten. Hauseigentümer sollten daher laut ARAG Experten rechtzeitig reagieren, bevor sie in überfluteten Kellern stehen oder ein Bußgeldbescheid droht.

Quelle: ARAG
 
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