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VPB kritisiert: Privater Wohnungsbau in der Krise

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BERLIN. "Der Abschwung im Wohnungsbau ist besorgniserregend", konstatiert Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB). "Allein der Ein- und Zweifamilienhausbau ist innerhalb des vergangenen Jahres um über 50 Prozent eingebrochen. Da ist ein neuer Tiefstand."

Schuld an der Misere sind nach Ansicht des Verbraucherschutzverbandes mehrere Faktoren. Zum einen macht sich der Wegfall staatlicher Hilfen bemerkbar. Bausachverständiger Penningh rechnet: "Von der einst stattlichen Eigenheimzulage von gut 20.000 Euro für Neu- und Anbauten samt Baukindergeld und Ökozulage ist nichts geblieben." Die zinsgünstigen Darlehen der bundeseigenen KfW, die seither den privaten Hausbau stützen sollen, sind nach Ansicht des VPB zwar lobenswert, könnten den Wegfall der Zulagen aber nicht ausgleichen. Zum anderen sind viele Verbraucher zutiefst verunsichert, ob und wie sich eigene Immobilien in ihre Altersvorsorge einbinden lassen. "Hier ist der Gesetzgeber seit langem gefordert, ein tragfähiges Konzept vorzulegen", konstatiert Thomas Penningh.

"Der Einbruch im bundesdeutschen Wohnungsbau", so befürchtet der VPB- Vorsitzende," dürfte sich durch die Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten noch einmal zusätzlich verstärken, denn viele potenzielle Bauherren sind beunruhigt. Sie wissen nicht, wie sich deutsche Märkte und Gesetzeslage verändern werden. Hier muss Klarheit geschaffen werden."

"Diese Entwicklung betrifft nicht nur den klassischen Häuslebauer" erläutert Verbraucherschützer Penningh, "sondern auch den Mehrfamilienhausbau und damit den Mietwohnungsmarkt. Auch auf diesem Sektor ist das Bauvolumen um rund ein Fünftel eingebrochen." Der VPB führt dies auf die jüngsten Verschärfungen im Miet- und Steuerrecht zurück, die private Bauherren treffen und den Mietwohnungsbau als Teil ihrer Altersvorsorge unattraktiv gemacht haben. Der VPB-Vorsitzende fordert: "Private Bauherren müssen wieder bauen können! Das Eigenheim oder das kleine Mietshaus müssen sich als Altersvorsorge wieder lohnen! Hier müssen dringend langfristig tragfähige Rahmenbedingungen geschaffen und die Immobilie in die Altersvorsorge eingebunden werden!"

"Es wäre auch sinnvoll", so empfiehlt Thomas Penningh, "die KfW- Förderung auf das altersgerechte Bauen auszuweiten. Hier liegt ein Bauvolumen von rund 15 Milliarden Euro im Jahr. Eine solche Initiative würde dabei helfen, unsere Innenstädte neu zu beleben, denn dort entstehen die meisten Wohnmodelle der "Best-Ager", der wohlhabenden, jungen Alten."

Außerdem, so fordert der Fachmann, muss endlich die Transparenz für private Bauherren verbessert werden. "Hier liegt viel im Argen." Die "Mindestanforderungen an Bau- und Leistungsbeschreibungen für Ein- und Zweifamilienhäuser", die seit Sommer 2003 fertig vorliegen, sollten endlich Gesetz werden. "Das kostet Vater Staat nicht einen Euro Steuergeld, hilft aber den Bauherren unnötige und teure Nachträge zu vermeiden." Bisher sind die Mindestanforderungen nicht bindend.

Weitere Informationen beim Verband Privater Bauherren (VPB) e.V.,
Bundesbüro, Chausseestraße 8, 10115 Berlin, Telefon 030 2789010, Fax:
030 27890111, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. , Internet: www.vpb.de 


 
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