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Home Architektenrecht HOAI Architektenhonorar bei Teilbeauftragung


Architektenhonorar bei Teilbeauftragung

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OLG Düsseldorf, Urteil vom 23.1.2007 - 23 U 115/06

Werden einem Architekten nur Teile von Leistungsphasen beauftragt, errechnet sich das Honorar auch nur in entsprechender anteiliger Bewertung.


Die Parteien stritten um Architektenhonorar. Einem TGA-Planer war nur für einzelne TGA-Gewerke die Leistungsphase 8 in einem Architektenvertrag übertragen worden. In Anbetracht der Tatsache, dass Leistungsteile bereits fertig gestellt waren als der Architekt tätig wurde, bewerteten die Parteien den für die Leistungsphase anzusetzenden Honorarsatz mit 15 %.

Der Architekt verlangt restliches Architektenhonorar und rechnet dieses auf Basis des vollen Honorarsatzes für die Leistungsphase 8 mit 33 % ab. Dem widerspricht das Gericht. Den Parteien steht es nach § 5 Abs. 2 HOAI frei, nur Teile einer Leistungsphase zu beauftragen. Geschieht dieses, muss der sonst für die Leistungsphase geltende Honorarsatz im Wege einer Bewertung reduziert werden, um zu bestimmen, wie hoch der Honorarsatz in Bezug auf die für die Leistungsphase beauftragten Teilleistungen zu bewerten ist. Den Parteien steht es frei, eine solche Bewertung herbeizuführen. Dem Architekten stehen nach § 5 Abs. 2 HOAI nur die Teile des Architektenhonorars zu, welche dem Anteil der übertragenen Leistung an der jeweils gesamten Leistungsphase entsprechen.

Merke:

Auch mit einer solchen Vereinbarung, die den Parteien freisteht, sind allerdings die Mindestsätze nach HOAI nicht zu unterscheiden.

Ein Beitrag von:
Hans-Christian Schwarzmeier
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht
Breiholdt Rechtsanwälte, Hamburg

www.breiholdt.de


Baurechtsurteile.de Nr.676


 
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