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Auch Architekten müssen auf's Geld schauen!

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OLG Celle, Urteil vom 16.03.2004 - 16 U 169/03

Das OLG Celle hatte sich unter dem Az. 16 U 169/03 mit der Haftung eines Architekten wegen lückenhafter und risikoreicher Kostenschätzung auseinanderzusetzen.

Es hat diese Haftung dahingehend konkretisiert, dass es dem baubegleitenden Architekten als Neben-/Rücksichtnahmepflicht obliegt, spätestens wenn das Stadium der Vorplanung erreicht ist, die finanzielle Situation und Leistungsfähigkeit seines Auftraggebers zu ermitteln und den finanziellen Rahmen des Bauprojektes darauf abzustimmen. Dabei ist er verpflichtet, seinem Auftraggeber die wirtschaftlichen Risiken aufzuzeigen, die im Rahmen der kalkulierten Baukosten und der sonstigen finanziellen Bewältigung des Bauvorhabens bestehen bzw. entstehen können.

Im konkreten Fall hat sich das OLG eines "je-desto"-Schlusses bedient: Je mehr Risiken in die Kalkulation eines Bauvorhabens eingestellt wurden und je geringer der finanzielle Spielraum des Auftraggebers ist, desto umfangreicher sind die Aufklärungs- und Rücksichtnahmepflichten des Architekten. Streitgegenständlich war ein in der Sanierungsphase befindlicher Altbau. In diesem Fall, meint das OLG Celle, muss der Architekt vor der Veräußerung des Objekts dem Bauherrn klarmachen, dass die nahe liegende Möglichkeit einer Kostensteigerung besteht. Dabei hat er konkrete Vorstellungen über die wirtschaftliche Entwicklung des Bauprojekts zu äußern, zu denen vorausschauende Kostensteigerungsprognosen zum Zeitpunkt der Fertigstellung gehören. Ein allgemein gehaltener Hinweis dahingehend, dass sich im gegenwärtigen Zustand der Verkehrswert des sanierten Gebäudes kaum erzielen lasse, genügt nicht.

Quelle:
www.referendare.net

Baurechtsurteile.de Beitrag 374
 
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