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Home Architektenrecht Architektenhaftung Architekt muss Grundwasserstand sorgfältig ermitteln

Architekt muss Grundwasserstand sorgfältig ermitteln

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OLG Frankfurt, 24.06.2008 - 22 U 135/07

Im Rahmen der Planung eines Bauvorhabens mit Kellerbereich hat sich der Architekt grundsätzlich nach den Grundwasserständen zu erkundigen und seine Planung nach dem höchsten aufgrund langjähriger Beobachtung bekannten Grundwasserstand zuzüglich eines Sicherheitszuschlags von 0,30 m auszurichten. Eine Begrenzung des Beobachtungszeitraums ist nicht geboten.

Dazu ein Bericht von rhein-zeitung.de

Wegen der gravierenden Schäden, zu denen ein falsch ermittelter Grundwasserspiegel führen könne, müsse der Architekt die Grundwassersituation notfalls Jahrzehnte zurückverfolgen.

Das Gericht gab der Schadenersatzklage eines Bauherrn gegen einen Architekten statt. In einem Reihenhaus traten nach Fertigstellung Wasserschäden auf. Der Architekt lehnte eine Haftung mit der Begründung ab, er habe bei der Planung der Oberkante der Bodenplatte die Grundwasserverhältnisse der vergangenen 20 Jahre berücksichtigt. Der Bauherr verwies dagegen darauf, von Anfang 1967 bis Juli 1970 habe der Grundwasserpegel in dem Baugebiet über der vom Architekten geplanten Oberkante der Bodenplatte gelegen.

Dem OLG genügte dieser Nachweis, um eine Haftung des Architekten anzunehmen. Ausdrücklich widersprach das Gericht seiner Auffassung, ein Beobachtungszeitraum von 20 Jahren sei ausreichend. In einem vergleichbaren Fall hatte das OLG Düsseldorf entschieden, dass sogar ein 65 Jahre zurückliegender Pegelstand berücksichtigt werden müsse.

Artikel rhein-zeitung.de von 17.10.08
 
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