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Home Architektenrecht Architektenhaftung Nach Haus-Umbau Boden feucht. Architekt zu Schadenersatz verurteilt!

Nach Haus-Umbau Boden feucht. Architekt zu Schadenersatz verurteilt!

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OLG Düsseldorf, Urteil vom 05.03.2004 - 22 U 121/03

Ein Architekt, der beim Umbau eines sehr alten, nicht unterkellerten Hauses Planung und Bauleitung übernimmt, muss dafür sorgen, dass eine wirksame Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit sichergestellt wird. Sonst, so das OLG Düsseldorf, macht er sich schadenersatzpflichtig.

Wie der Anwalt-Suchservice (Servicerufnummer: 0180-52 54 555) berichtet, wollte eine Hauseigentümerin ein 100 Jahre altes Gaststättengebäude zum Wohnhaus umbauen lassen. Sie beauftragte einen Architekten, der Planung und Bauleitung übernahm. Das Haus bestand aus einem unterkellerten Hauptgebäude und einem nicht unterkellerten Anbau. In letzterem trat zwei Jahre nach Abschluss der Arbeiten Feuchtigkeit auf. Sie zog vom Erdgeschossboden bis zu einer Höhe von 50 Zentimetern die Wände hinauf. Später wurde festgestellt, dass in dem betreffenden Gebäudeteil keine ausreichende Abdichtung des Bodens und der Außenwände gegen aufsteigende Nässe vorhanden war. Die Eigentümerin war entsetzt und verklagte den Architekten auf Schadenersatz. Der wollte nicht zahlen und erklärte, ihn treffe keine Schuld, da bis zum Umbau keine Feuchtigkeit im Gebäude festzustellen gewesen sei.

Das OLG Düsseldorf entschied den Streit wie folgt (Urt. v. 05.03.2004 - I-22 U 121/03): Bei einem 100 Jahre alten Haus hätte der Architekt damit rechnen müssen, dass eine Isolierung gegen Feuchtigkeit nicht vorhanden oder nicht mehr einwandfrei war. Bei Wohnräumen sei aber eine solche Abdichtung erforderlich, so die Richter. Der Architekt wäre deshalb dazu verpflichtet gewesen, das Vorhandensein und die Wirksamkeit der Isolierung zu untersuchen, gegebenenfalls Abdichtungsmaßnahmen zu empfehlen und ihren ordnungsgemäßen Einbau zu beaufsichtigen. Er hätte sich nicht darauf verlassen dürfen, dass bis zum Umbau keine Beschwerden über eingedrungene Feuchtigkeit vorlagen und keine Nässe festzustellen war. Seine Aufgabe wäre es vielmehr gewesen, Vorsorge zu treffen, damit auch in Zukunft etwa im Boden auftretende Feuchtigkeit nicht in das Haus eindringen konnte. Der Architekt sei der Hauseigentümerin zum Schadenersatz verpflichtet, so das Gericht.

Quelle: http://www.anwalt-suchservice.de

Baurechtsurteile.de Beitrag 467
 
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