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Home Architektenrecht Architektenhaftung Haftung des Architekten wegen fälschlicher Mangelbehauptung!

Haftung des Architekten wegen fälschlicher Mangelbehauptung!

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OLG Celle, Urteil vom 11.12.2003 - 14 U 126/03

Rät ein Architekt seinem Auftraggeber, wegen eines von ihm behaupteten Mangels ein Zurückbehaltungsrecht gegenüber dem Bauunternehmer geltend zu machen, haftet der Architekt auf Ersatz der Prozesskosten, wenn sich der Mangel im Prozess des Bauunternehmers gegen den Auftraggeber nicht bewahrheitet.

Fundstelle: IBR 2004, 260

Diese interessante Entscheidung des OLG Celle befasst sich mit der Frage, ob der Architekt seinem Auftraggeber für Prozesskosten haftet, die diesem durch eine fehlerhafte Mängelbeurteilung des Architekten entstanden sind. In dem entschiedenen Fall hat ein Architekt seinem Auftraggeber geraten, wegen eines von ihm so erkannten Mangels Werklohn in Höhe des dreifachen Betrags der vermeintlichen Mangelbeseitigungskosten zurückzuhalten. Der Auftraggeber ist dem Rat des Architekten gefolgt und wurde vom Unternehmer verklagt. Im Laufe des Prozesses stellte sich heraus, dass ein Mangel nicht bestand. Der Auftraggeber wurde verurteilt mit der Folge, dass er die Prozesskosten zu tragen hat. Diese kann er nach dem Urteil des OLG vom Architekten ersetzt verlangen.

Fazit: Ist der Mangel und die Verantwortung des Unternehmers nicht eindeutig, sollte der Architekt um seiner Haftung zu entgehen, dem Auftraggeber raten einem Sachverständigen zur Beurteilung der Mangelhaftigkeit und der Verantwortlichkeit einzuschalten.

Quelle:
Rechtsanwalt
Bernhard Rauch
Margaretenstraße 10
93047 Regensburg
www.prof-rauch-baurecht.de

Baurechtsurteile.de Beitrag 347
 
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